Königin Luise

Luise Auguste Wilhelmine Amalie wurde am 10. März 1776 als Kind von Karl II. Herzog von Mecklenburg-Strelitz (1741–1816) und Friederike Prinzessin von Hessen-Darmstadt (1752–1782) in Hannover geboren.

Als Luise sechs Jahre alt war, starb ihre Mutter. Luise wurde gemeinsam mit ihren Schwestern Charlotte, Therese und Friederike zunächst von der Schwester ihrer Mutter, Charlotte, und der Erzieherin Magdelena von Wolzogen erzogen. Die Stiefmutter starb 1785, danach war zunächst eine Mademoiselle Agier, die auf Grund ihrer zu strengen Ansprüche an die Prinzessinnen bald darauf wieder entlassen wurde, mit der Erziehung der Prinzessinnen betraut, nachdem Magdalena von Wolzogen mit Prinzessin Charlotte an den Hof von Sachsen-Hildburghausen gewechselt war. 1786 kam Luise zu ihrer Großmutter Maria Luise Albertine von Leiningen-Dagsburg-Falkenburg, die „Prinzessin George“ genannt wurde, Gattin des Bruders von Karl II., an den Hof nach Darmstadt. Dort verbrachte Luise ihre Kindheit und Jugend. Prinzessin George setzte Salomé de Gélieu aus Neuchâtel als Erzieherin und Bezugsperson der Prinzessinnen Therese, Luise und Friederike ein.

Am 14. März 1793 lernte Luise in Frankfurt am Main den preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm kennen und verlobte sich am 24. April 1793 in Darmstadt offiziell mit ihm. Am 22. Dezember 1793 erreichte sie als Braut des Kronprinzen den Regierungssitz Berlin zusammen mit ihrer jüngeren Schwester Friederike, der Braut des jüngeren Bruders des Thronanwärters Ludwig von Preußen. Das Paar wurde am 24. Dezember in traditioneller Form vermählt. Aus der Ehe gingen neun Kinder hervor, unter anderem die späteren Regenten Friedrich Wilhelm IV. (1795–1861) und Wilhelm I. (1797–1888).

Im Jahr 1797 wurde ihr Gatte Friedrich Wilhelm III. preußischer König. Luise übernahm unangenehme Repräsentationspflichten, begleitete ihn auf Inspektionsreisen und eroberte bald die Herzen der Bevölkerung aufgrund ihrer charmanten und natürlichen Art.
Am 10. Mai 1805 erhielt sie eine Denkschrift des Freiherrn vom Stein.

Während der Auseinandersetzungen mit Frankreich unter Napoléon gehörte sie zur sogenannten Kriegspartei. Sie war entschiedener Gegner Napoléons.
Im Oktober 1806 musste Luise vor napoleonischen Truppen aus Berlin über Schwedt, Stettin, Küstrin, Graudenz, Osterode nach Ortelsburg fliehen. Die Flucht ging am 10. Dezember 1806 weiter nach Königsberg, wo Luise an Typhus erkrankte. Nach mehrwöchigem Krankenlager starb sie am 19. Juli 1810 im Alter von nur 34 Jahren in Hohenzieritz bei Neustrelitz (Mecklenburg).
Luise fand ihre letzte Ruhestätte am 23. Dezember 1810 im Mausoleum des Parks von Schloss Charlottenburg, nachdem ihre Leiche zunächst am 30. Juli 1810 im Berliner Dom beigesetzt worden war.
Zum 132. Geburtstag der Königin, am 10. März 1912, wurde auf dem Gustav-Müller-Platz der Roten Insel, einem Kiez in Berlin-Schöneberg, die Königin-Luise-Gedächtniskirche eingeweiht.
Luises Freundin Caroline von Berg, die mit den Geistesgrößen der Zeit korrespondierte, brachte 1814 ein Buch über die Königin heraus.
Am 3. August 1814 stiftete König Friedrich Wilhelm III. den nach der Königin benannten Louisenorden, der bis 1918 der höchste Damenorden des Königreiches Preußen blieb.

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